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Sonntag, 6. September 2009

Bei Geld hört die Freundschaft auf!

Bei Geld hört die Freundschaft auf!

Sie kennen das bestimmt auch, dass sich obiger Spruch bewahrheitet hat, sei es in ihrem eigenen Leben oder im Leben von Freunden und Bekannten. Ich habe Freundschaften wegen ein paar Hundert Euro zu Bruch gehen sehen, glückliche Ehen wurden wegen Geldmangel geschieden und funktionierende Geschäftspartnerschaften wurden wegen Geldstreitigkeiten eingestellt.

Auch in meinem eigenen Leben gibt es davon eine Menge Geschichten, die ich nachfolgend gern schildern möchte, da diese zum Teil unseren Umgang mit Geld widerspiegeln. Denn wie bei allem im Leben, bin ich der Meinung muss man zum Thema Geld eine klare Ein-stellung haben. Sind wir uns unklar über den Umgang, werden sich die Situationen im Leben ebenfalls unklar gestalten. Gehen wir mit Menschen oder Dingen voller Angst um, werden die erschaffenen Situationen eben-falls mit Angst zu tun haben. Machen wir uns keine Sorgen darum, bleiben wir in einem guten Gefühl, werden die Dinge fließen und Schwierigkeiten werden schnell gelöst oder treten gar nicht erst auf.

Ich fange einmal ganz vorn an, denn schon als kleines Kind wurde Geld zum Thema für mich gemacht, aus heutiger Sicht für meine Begriffe viel zu früh, denn Kinder sollten meiner Ansicht nach mit diesem Thema verschont bleiben und erst dann damit konfrontiert werden, wenn sie überhaupt eine Beziehung zum Geld als Tauschmittel in unserem Leben bekommen haben. Das wiederum hängt von ihrem Entwicklungsstand ab.
Ich habe noch lebhaft in Erinnerung, wie ein Freund von mir seinem acht- oder neunjährigen Sohn zu erklären versuchte, dass er ihm gerade keinen Diskman kaufen konnte, weil er nicht genug Geld übrig hatte. Er meinte damals, jener Diskman würde in etwa so viel kosten wie rund 60 von seinen Spielzeugautos. Und während er erzählte, sammelte er alle Autos des Jungen ein und stapelte sie auf einem großen Haufen. Als die Anzahl nicht reichte, packte er symbolisch noch kleine Teddybären und andere Spielzeuge dazu. Er meinte: „Um einen Diskman zu kaufen, müssten wir so viel Geld haben, wie alle diese Autos gekostet haben. Und du weißt doch, wie viel Geld wir für ein Auto brauchen...“ Der kleine Junge besah sich den Stapel eine Weile und meinte dann: „Dann können wir doch diese Autos gegen einen Diskman tauschen. Ich will die Autos jetzt nicht mehr. Ich will einen Diskman!“

Nun, so einfach ist es eben heute bei uns nicht mehr, obwohl genau das vielleicht wünschenswerter wäre als der Zustand, in dem wir leben. Zumindest wäre es für viele einfacher.

Bereits in jungen Jahren wurde ich mit Geld belohnt. Damals gab es für jede Eins im Zeugnis eine Mark, für jede Zwei fünfzig Pfennig, für jede Drei zehn Pfennig. Klar, dass an den Tagen der Zeugnisvergabe erst mal gerechnet wurde, wie viel Geld ich verdient hatte! Und so etwas prägt... Für gute Leistungen gab es Geld, für sehr gute Leistungen eben mehr. Ohne Leistung kein Geld – ohne Fleiß kein Preis!

In meiner Familie war Geld eigentlich nie Mangelware, aber wir lebten auch nicht im Überfluss. Es war genug zu essen da, wir wohnten in einem ansprechenden Vierfamilienhaus, das meinen Eltern gehörte, wir hatten ein Auto und waren immer sauber gekleidet. An der Ostsee gab es auf einem Campingplatz einen Wohnwagen, wo wir regelmäßig die Wochenenden und den Jahresurlaub verbrachten.

So weit so gut, bis auf die Tatsache, dass ich mich schon sehr früh für Geld ODER Liebe entscheiden musste, denn meine Eltern machten sich Gedanken darüber, wer nach ihrem Tod das kleine Vermögen erben bzw. wie das Geld verteilt werden sollte. An einem Weihnachtsabend Mitte der 80er Jahre, ich war damals Anfang 20, als wir gut gegessen hatten und ich mit meinen Eltern und meinen beiden Stiefbrüdern gemütlich beisammen saß, forderten diese meine Eltern auf, bereits vor ihrem Ableben dafür zu sorgen, dass das Erbe geregelt wurde. Ich sehe noch heute meine Mutter weinen und meinen herzkranken Vater blassgesichtig im Stuhl versinken, sein Herzspray benutzend, damit er sich einiger-maßen im Griff behielt.

Ich habe an diesem Abend die gesellige Runde verlassen, bin allein durch die weihnachtlichen Straßen gelaufen und habe mich gefragt, ob die Welt spinnt und von allen guten Geistern verlassen ist. Es war das Ende des guten Kontaktes mit meinen habgierigen Brüdern, denen Geld offenbar wichtiger war, als eine funktionierende Familie. Das Ende vom Lied war, Jahre später, dass meine Eltern mir das Geld hinterlassen haben und ich einen Rechtsstreit mit meinen Brüdern gerade so aus dem Weg gehen konnte.

Kurz darauf kam ich mit der „Esoszene“ in Kontakt, und auch hier ging es in vielen Seminaren um das Thema Geld. Auch hier wurden viele Geldspiele gemacht, die den Teilnehmern die Beziehung zum Geld verdeutlichen sollten. Eine nette Szene auf einem Abendworkshop zum Thema „Reichtumsbewusstsein“ ist mir sehr lebhaft in Erinnerung ge-blieben. Der Referent des Abends meinte, dass das Geld teilweise auf der Straße liegen würde, die meisten Menschen würden es nur nicht sehen. Er erzählte dann, dass er unter einen der Stühle einen 50 Mark-Schein geklebt hätte. Der Finder könne das Geld behalten. Ich glaubte ihm damals kein Wort, denn wer verschenkt schon einfach mal 50 Mark - und schaute nicht unter den Stuhl, während ein Rascheln und Raunen durch die zahlreichen Anwesenden ging und eifrig unter die Stühle geguckt wurde. Entdeckt wurde der Schein jedoch nicht.

Nach einer Weile grinste der Vortragende mich an: „Willst du nicht mal unter deinen Stuhl gucken? Oder darf ich mein Geschenk an dich behalten?“ Verständnislos blickte ich ihn an, griff dann unter den Stuhl und zog den besagten 50-Mark-Schein hervor. Ich wurde erst blass und dann knallrot, schaute mir den Schein an, als hätte ich so etwas noch nie zuvor gesehen. Ich murmelte peinlich berührt ein „Danke“, steckte den Schein in mein (leeres) Portemonnaie und beschloss an diesem denk-würdigen Abend, mich mehr mit dem Thema Geld auseinander zu setzen.

Es gibt ein anderes, ziemlich drastisches Negativbeispiel in meinem Leben. Von dem geerbten Geld meiner Eltern hatte ich meinem Ex-Mann einen ziemlich hohen Betrag geliehen, damit dieser seine Studienschulden bezahlen konnte. Ich wollte ihm das Geld einfach so, ohne Vertrag, geben, weil ich ihm vertraute, dass er es mir eines schönen Tages schon zurück-zahlen würde. Eine sehr gute Freundin bekniete mich jedoch wochenlang, einen kurzen Vertrag zu machen, damit die Rückzahlung gewährleistet sei. Zunächst weigerte ich mich, denn ich sah es als unnötig an, ließ mich jedoch überreden und fertigte einen Dreizeiler an, der besagte, dass ich das Geld im Falle einer Trennung sofort zurück bekäme.

Jahre später trennte ich mich von meinem Mann, und wir strebten eine gütliche Einigung an. Der Hausrat wurde gerecht verteilt, und er versprach, das gewährte Darlehen mit monatlich 100 € zurück zu zahlen. Als er längst ausgezogen war und die erste Rate gemäß unserer münd-lichen Vereinbarung fällig gewesen wäre, blieb diese jedoch aus. Ich erinnerte ihn freundlich an die zugesagte Überweisung und bekam einige Wochen später aus heiterem Himmel ein Schreiben eines Rechtsanwaltes, aus dem hervor ging, dass es sich bei dem von mir gewährten Darlehen um eine Schenkung gehandelt habe und diese demnach nicht zurück-gezahlt werden müsse.

So hatten wir allerdings nicht gewettet, aber bei Geld hört ja auch die beste Freundschaft bekanntlich auf, soweit diese nicht durch die zuvor vorgenommene Trennung schon beendet gewesen war. Da ich das Geld jedoch für meinen Lebensunterhalt dringend benötigte, schaltete ich ebenfalls einen Rechtsanwalt ein. Es folgte ein jahrelanger Prozess, den ich aufgrund des unterzeichneten Vertrages allerdings gewann. Mittels einstweiliger Verfügung sicherte ich mir Geld aus einer Einkommen-steuererstattung, was ungefähr ein Drittel des ursprünglichen Betrages deckte, auf den Rest warte ich noch immer. Und wenn sie nicht gestorben sind...
Im Umgang mit Geld ist Klarheit von Nöten und eine große Portion Vertrauen. Und das wissen nicht nur die Börsenspekulanten, sondern auch Angestellte, Arbeiter, Studenten, Rentner, Arbeitslose und alle Unternehmer. Geld ist momentan aus unserem täglichen Leben nicht weg zu denken. Und wer in irgendeiner Weise ein Problem mit diesem Thema hat, tut gut daran, sich dem Problem zu stellen.

In unserem Verlag zum Beispiel liefern wir üblicherweise gegen offene Rechnung. Wir vertrauen darauf, dass der Besteller die von uns gelieferte Ware auch bezahlt. Das ist nicht immer der Fall und manchmal kommt es auch zu Mahnungen und gar zu Mahnverfahren. Kürzlich hatte ich einen Fall, bei dem eine Kundin kurz hintereinander Waren im Wert von mehreren Hundert Euro bestellte. Eine innere Stimme warnte mich davor, die zweite Bestellung auszuliefern, und wir schrieben auf die Rechnung, dass die zweite Order ausgeliefert werden würde, sobald die Zahlung für die erste Rechnung bei uns eingetroffen sei.

Die Rechnung wurde jedoch nicht bezahlt, auch nach drei Mahnungen nicht. Bei uns ist es dann üblich, diese Forderungen an die „Credit-reform “ weiter zu geben, die sich um den Einzug der Forderungen kümmert und Mahnbescheid beantragt. Da die neue Kundin im Ausland wohnte, wurde das Mahnverfahren langwierig und sehr teuer und über-stieg letztendlich den Betrag, den wir von der Kundin erhalten hätten, bei weitem. Ich war wütend und schrieb der Kundin ein Email:

„Sehr geehrte Frau ..., ich erhalte von der Creditreform die Nachricht, dass Sie trotz nochmaliger Zahlungserinnerung noch immer keinerlei Zahlung geleistet haben. Ich persönlich finde es eine ziemliche Frechheit, Ware zu bestellen, diese nicht zu bezahlen UND dann wenige Tage später noch mal für mehr als 180 Euro Ware zu bestellen, die wir - Gott sei Dank - nicht ausgeliefert haben. Wir sind kein Unternehmen wie Karstadt oder ähnliches, die sich derartige Ausfälle leisten können. Wir sind ein kleines, im Aufbau befindliches Unternehmen, das selbst noch an allen Ecken sparen muss und sich derartige Ausfälle einfach nicht leisten kann.
Wir geben Ihnen daher nochmals Gelegenheit. Wenn Sie bereit sind, auch kleine Zahlungen vorzunehmen, so sind wir damit einverstanden. Dafür wollen wir aber den Kontakt mit Ihnen und vor allem einen Zahlungsplan, an den Sie sich auch halten. Jeder kann sich mal ver-kalkulieren, das sehen wir ein. Aber einfach stillschweigend Ware hinzu-nehmen und keine Zahlung zu leisten, ja, sich nicht einmal melden in irgendeiner Form, das finde ich - auf Deutsch gesagt - zum Kotzen.
Sollte ich innerhalb von 10 Tagen keine erste Zahlung von Ihnen er-halten (das geht aus Kostengründen auch per Einschreiben an unsere Anschrift!!) oder wenigstens eine Nachricht, schalte ich die Creditreform in Österreich ein, die umgehend und unverzüglich das Zwangs-vollstreckungsverfahren einleiten wird. Mit freundlichen Grüßen, ...“

Zunächst passierte 10 Tage lang nichts, dann aber erhielt ich von der Kundin ein Email: „Sehr geehrte Damen und Herren! Vorerst entschuldige ich mich ausdrücklich für meine noch offene, nicht bezahlte Rechnung. Werde mich natürlich umgehendst darum kümmern, doch ist es mir im Moment nicht möglich, die Ware gänzlich zu bezahlen. Ich werde jeden Monat 50 Euro an Sie überweisen. Beginnend im August. Würde Sie bitten, mir kurz eine Mail zu senden, ob diese Variante für Sie akzeptabel ist.. Mit der Bitte um Verständnis verbleibe ich, mit freundlichen Grüßen...“ Ich habe mich bei ihr bedankt und die Ratenzahlung akzeptiert. Der Fall konnte positiv erledigt werden.

Ich glaube, dass man mit Offenheit und Verständnis und einer aufrichtigen und ehrlichen Kommunikation in Bezug auf Geld viel erreichen kann. Man kann für alle Situationen einen Konsens finden, der alle Beteiligten zufrieden stellt – wenn man will. Ich glaube weiterhin, dass man geben und auch nehmen lernen muss. Ich glaube, dass man schenken lernen muss, genauso wie es gilt, das Annehmen – sei es Geld, Unterstützung oder andere Dinge – zu lernen. Alles im Leben kommt und geht, es ist ein beständiger Fluss, ein ständiges Kommen und Gehen. Und ich glaube, genau darum geht es auch in den Herzkreisen – oder es sollte darum gehen, wenn man der Einstellung des dualen Weltbildes folgt, in der alles seine Gegenseite hat, um letztendlich in die Balance zu finden.

Ein Herzkreis könnte ein Übungsfeld dafür sein, wenn jegliche Machtspiele außen vor gelassen werden und eine Rückbesinnung zum Wesentlichen erfolgt, denn es geht nicht darum, viel Geld zu bekommen, sondern das zugrunde liegende Thema zu lernen, zum Beispiel zu lernen, etwas geben oder etwas annehmen zu können. Ist das Thema erkannt, löst sich das Problem oftmals wie von selbst.

Wenn man gibt, kommt es irgendwann zurück. Wenn man bekommt, muss man irgendwann einmal wieder geben. So ist es nun einmal. Hat man das verstanden, kann man gern in einem Herzkreis mitmachen, wenn man es als Geldspiel betrachtet, aus dem man etwas lernen kann. Hat man aber das Thema verstanden, wozu sollte man dann in einem Herzkreis mitmachen?

Dann ist das tägliche Leben, in dem wir ausreichend Möglichkeit haben, genau das zu lernen, doch Lehrmeister genug. Oder nicht?

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zuerst veröffentlich in meinem Buch "Herzkreis - die Energie der Schenkkreise", spirit Rainbow Verlag
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