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Samstag, 24. Oktober 2009

Physische Unsterblichkeit ?

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Physische Unsterblichkeit oder hohes Lebensalter ??

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Vor einigen Jahren habe ich mich sehr um das Thema "Physische Unsterblichkeit" gekümmert, da mein Rebirthing-Vorbild Leonard Orr diesem Thema sehr angetan war und Affirmationen zum Thema verbreitete, um sich ein gewisses Maß an Jugendlichkeit zu bewahren.

Ich habe gerade beim googlen eine Online-Bibel gefunden und nun Jahre später mal recherchiert, ob in der Bibel tatsächlich Textstellen sind,d ie die körperliche Unsterblichkeitsthese belegen, wie mir immer vermittelt wurde. Und tatsächlich !

Ich habe mal ein paar davon zusammengetragen:

1Mo 5,32
Noach zeugte im Alter von fünfhundert Jahren Sem, Ham und Jafet.

Jos 24,29
Nach diesen Ereignissen starb Josua, der Sohn Nuns, der Knecht des Herrn, im Alter von hundertzehn Jahren.

Tob 14,14
Im Alter von hundertsiebenundzwanzig Jahren starb er in Ekbatana in Medien.

Jdt 16,23
Sie erlebte ein sehr hohes Alter und wurde im Haus ihres Mannes hundertfünf Jahre alt.

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Andererseits steht in der Bibel aber auch;:

Weis 4,8 Denn ehrenvolles Alter besteht nicht in einem langen Leben und wird nicht an der Zahl der Jahre gemessen.

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Spannend, nicht wahr? Was meint ihr, woran liegt es, wie alt wir werden?

Waren die Leute früher tatsächlich älter als heute? Oder nur manche?

Macht uns der Stress heute wieder kaputter und bringt uns eher um ?

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Donnerstag, 15. Oktober 2009

Alles Märchen!?

Ein Interview mit der Autorin Gudrun Anders

Die Aachener Heilpraktikerin und Autorin Gudrun Anders schreibt sich mit Märchen die Seele frei. Wir haben sie besucht und wollten wissen, ob das alles Märchen sind oder Realität.


Frau Anders, wie kommt es, dass ein Mensch, der mit beiden Beinen auf der Erde steht, Märchen schreibt? Und: Wie hat das alles für Sie begonnen?


Es begann vor etwa 18 Jahren. Ich war damals in einem Versicherungsbüro angestellt und hatte keine glückliche Zeit. Meine Mutter litt an Alzheimer, mein Vater hatte Depressionen und ich hatte gerade eine Gebärmutter-OP und die Trennung von meinem langjährigen Freund hinter mir. Ich wusste damals nicht mehr weiter.

Eines Tages saß ich an meinem Schreibtisch, schaute träumend auf die Wiesen hinaus und sah einen Engel. Glauben Sie mir, ich war sehr verdutzt! Auch nachdem ich mir die Augen gerieben hatte, war der immer noch da. Dann hörte ich eine Stimme, die mir sagte, dass ich schreiben soll. Ich war noch verdutzter, suchte überall danach, ob mir jemand einen Streich spielen wollte. Es war aber niemand da.

In Panik wollte ich den Notdienst rufen, aber meine Hand erreichte den Telefonhörer nicht, sie blieb einfach wie festgenagelt in der Luft schweben. Ich hörte diese Stimme noch mal und schrieb dann, fast wie in Trance, ein Märchen. Das ist jetzt wie gesagt, gut 14 Jahre her. Ich habe dann einige hundert Märchen geschrieben und festgestellt, dass es mir nach dem Schreiben eines Märchens viel besser ging.

Was hat sich denn konkret für sie geändert? Wie haben die Märchen bei Ihnen gewirkt?


Zunächst einmal fühlte ich mich mit jedem Märchen, dass ich schrieb, entspannter, nicht mehr so ängstlich. Meine Zuversicht und mein Vertrauen in das Leben stieg wieder. Damals wusste ich nicht, woher ich dieses Vertrauen nahm, denn im täglichen Leben konnte ich das aufgrund meiner Lebensumstände nicht fühlen.

Heute weiß ich, dass ich damals so durcheinander war, dass ich gut therapeutische Hilfe in Anspruch hätte nehmen können. Aber die Märchen haben mir dieses erspart. Ich habe einen großen Teil der notwendigen Therapie durch das Schreiben der Märchen selbst vorgenommen.

Ich habe einen spirituellen Anteil in mir etabliert, der heute aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken ist. Ich habe mein Herz wieder entdeckt und höre seitdem nicht mehr so auf meinen Kopf. Das stellte dann mein ganzes Leben auf den Kopf. Aus der Versicherungskauffrau wurde eine esoterische Buchhändlerin, später habe ich eine Ausbildung zur Heilpraktikerin gemacht.

Können Märchen heilen helfen?

Ich denke ja! Ich bin ein lebendes Beispiel dafür, dass Märchen ein Heilpotential inne wohnt. Ohne die Märchen würde es mich heute wahrscheinlich nicht mehr geben... Ich hätte mir damals das Leben genommen, denn ich habe aus meinem bewussten Verstand heraus keinen Ausweg mehr gesehen.

Mit dem Schreiben der Märchen aber kam wieder ein Teil in mir zum Vorschein, der bis dahin verschüttet gewesen war. Ich nenne es den spirituellen Anteil, der in jedem Menschen zu finden ist. Man könnte auch sagen, der Zugang zum Herz wurde wieder geheilt.

Vielleicht kann man eine Parallele ziehen zu Phantasiereisen, bei denen das Unbewusste in Form von Bildern angesprochen wird. Nur hierbei werden von Außen Bilder vorgegeben, denen der Geist dann folgt. Beim Märchenschreiben ist es anders herum. Ich gebe meinen inneren Bildern ausdruckt und zapfe sozusagen mein eigenes Heilungspotential an. Ich gebe mir selbst die Möglichkeit, Gefühle auszudrücken, die sonst kein Ventil gefunden haben. Darin liegt für mich einer der Schlüssel zur Heilung.


Sie haben eine Reihe von Büchern veröffentlicht. Wie kam es dazu?

Nun, die Märchen habe ich eigentlich nur für mich geschrieben und sie viele Jahre im Aktenordner oder im PC gehütet, weil ich dachte, das sie so privat seien, dass sie in der Öffentlichkeit nichts zu suchen hätten. Ich habe mittlerweile meine Einstellung dazu geändert.

Der Grund dafür sind die vielen Menschen, die mir ein sehr positives Feedback zu den Märchen gaben. Die Menschen weinten, entdeckten ihre eigene Seelenweisheit durch die Märchen wieder und meinten, ich sollte doch ein Buch daraus machen, damit auch andere Menschen daran teilhaben können. Und nach und nach fand ich dann den Mut, auch Gedichte zu veröffentlichen und mein Buch über Rebirthing auf den Markt zu bringen, da diese Form der spirituellen Atemtherapie nach den Märchen ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu mir selbst darstellte.

Warum war Rebirthing für sie so wichtig?


Nachdem ich mich einige Jahre intensiv mit Märchentherapie beschäftigt hatte, dachte ich, auf meinem Weg schon sehr weit gekommen zu sein. Aber mich beschäftigte, wie ich noch tiefer in mich eindringen konnte. Vielleicht liegt das an meinem Sternzeichen – ich bin ein Doppelskorpion und habe immer irgendwie das Bedürfnis, ganz tief in die Dinge einzutauchen.

Nun, an diesem Punkt in meinem Leben kam Rebirthing auf mich zu und zeigte mir, dass durch einfaches Atmen intensive Glücksgefühle hervor rufbar sind. Gefühle, die über die Ruhe, die durch das Schreiben eines Märchens einkehrt, weit hinaus gehen. Spirituelle Erfahrungen der Einheit mit allem, des absoluten tiefen Vertrauens sind nach Rebirthingsitzungen keine Seltenheit, das habe ich in den letzten zehn Jahren an mir und Hunderten von Klienten erfahren dürfen.

Leider haben viele Menschen Angst vor Rebirthing. Ich kann das verstehen, denn es erfordert eine sehr intensive Auseinandersetzung mit den eigenen negativen Strukturen, den eigenen Egofallen und Glaubenssätzen, die uns hindern, vollkommen wir selbst zu sein. Klar, macht das Angst – aber die Auseinandersetzung damit bringt letztlich die Befreiung, die wir uns in unserem Inneren erträumen und ersehnen. Wer sich aber einmal an seine negativen Gefühle herangetraut und die Heilkraft erfahren hat, der wird diesen Weg – hoffentlich! – immer wieder gehen. Ich wünsche mir, dass viele Menschen süchtig nach Atmen sind und nicht nach Drogen oder Alkohol, dass würde wesentlich mehr Sinn machen, weniger kosten und zudem heilsam sein, statt die Gesundheit zu ruinieren. Aber das ist bislang ein Märchen, dass noch in die Realität umgesetzt werden muss...

Ist es auch ein Märchen, dass Sie durch einen Delphin, mit dem Sie geschwommen sind, ebenfalls einen Heilungsprozess durchlaufen haben?

Nein, das ist ausnahmsweise kein Märchen, sondern tatsächlich so geschehen. Ich war vor rund zweieinhalb Jahren mit einer Freundin, die Delphine auch so liebt wie ich, in Sinai, um dort mit Delphinen zu schwimmen. In der Anwesenheit des Delphins und der Magie dieses kleinen, abgeschiedenen Beduinendorfes in der Wüste, ist mir bewusst geworden, dass ich – wieder einmal – auf dem falschen Weg in meinem Leben bin. Ohne es bewusst zu merken, war ich wieder einmal leicht suizidal, denn ich wollte aus einer Ehe heraus, die mich nicht mehr befriedigte, nur wusste ich nicht wie ich das bewerkstelligen soll.

Als ich einmal beim Schwimmen meine Kräfte völlig überschätzte und voller Panik auf dem offenen Meer trieb, kam dieser Delphin zu mir, sah mich an und wartete ab, bis ich aus eigener Kraft wieder den Rückweg zum Strand antreten konnte. Danach wurde ich sehr krank, zog mir mehrere Virusinfektionen auf einmal zu und hatte genügend Zeit zum Nachdenken.

Ich hatte den Mut, mich von meinem Mann zu trennen und ein neues Leben anzufangen. Ein Jahr später – nachdem sich mein Leben wieder etwas beruhigt hatte - fuhr ich wieder an diesen magischen Ort – und erlebte dort einige kleine Abenteuer... Ich verliebte mich Hals über Kopf in einen 15 Jahre jüngeren Ägypter, musste ihn dort heiraten und beschloss, künftig nur noch meinen Träumen zu folgen, denn ich sah ein, das alles andere in diesem Leben keinen wahren Wert hat.

Das war wiederum ein großer Prozess für mich. Ich erzählte diese Story natürlich meinen Freunden und viele sagten mir, ich sollte diese Geschichte einmal aufschreiben, weil sie nicht alltäglich wäre und lustig genug, um andere Menschen damit zu unterhalten. Das habe ich gemacht und sie dann selbst veröffentlicht. Wiederum war das Feedback meiner Leser aus dem Bekanntenkreis so gut, dass ich beschloss, den nächsten Schritt auf meinem Lebensweg zu gehen und endlich das, was ich in den Jahren zuvor geschrieben hatte, endlich zu veröffentlichen. So gründete ich dann meinen kleinen Verlag, der mittlerweile schon 15 Titel aufweisen kann.

Was ist denn heute ihre generelle Botschaft an andere Menschen?

Lebe deine Träume! Es macht keinen Sinn, ein Leben zu führen, in dem der Spaßfaktor zu kurz kommt. Damit meine ich aber nicht, ständig nur in die Disko zu gehen oder sich vollaufen zu lassen, damit man Spaß hat. Nein, ich meine es in dem Sinne, den innersten Träumen, Sehnsüchten und Wünschen zu folgen, um diese früher oder später in die Tat umzusetzen.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass dieser Weg zwar meistens beschwerlicher ist, aber auch weit mehr Zufriedenheit mit sich bringt. Und das ist für mich ein wesentlicher Faktor, um gesund zu bleiben. Mir nützt es herzlich wenig, wenn ich einen ungeliebten Job ausübe, nur damit die Kohle stimmt...

Wenn ich mir vorstelle, dass ich damals in meinem Versicherungsjob mit einem sehr guten Gehalt geblieben wäre.. Nein, finanzielle Sicherheit ist zwar etwas Schönes, aber ich würde trotzdem niemals mehr tauschen! Auch wenn in freien Berufen ein Monat mal weniger Geld da ist und das Einkommen teilweise erheblich schwankt – ich tue, was mir Spaß macht, lebe meine Kreativität und bin zufriedener, als ich das je in einem ungeliebten Job sein würde.

Ó Conny Sander und Gudrun Anders, Aachen

Freitag, 9. Oktober 2009

Lieben .......

Hab gerade mit meinem Grafiker, Freund und "Guru" Hermann R. Lehner telefoniert ... Zwischendrin kam mal ein Spruch aus ihm raus, den ich gern mit euch teilen würde:

Lieben ohne geliebt zu werden,
ist wie Arsch abputzen ohne vorher geschissen zu haben.

ähm ... Na, ich hatte nen Lachanfall ...

Wer mehr von ihm lesen möchte: www.drvolldaneben.de

Grüezili !

„Mann am Steuer ...“

„Mann am Steuer ...“
(Oder: 5 Minuten Unterhaltung für den Freitag)

Am Dienstag morgen wollte ich einen Termin wahrnehmen, zu dem ich eh schon zu spät dran war. Wer kommt schon gern zu einer Massage zu spät ... Etwas in Eile sprang ich in meinen schnuckeligen, knallgelben Smart und startete. Leider tat sich nichts – die Batterie war wohl entladen oder kaputt.

Etwas zerknittert sagte ich meinen heiß ersehnten Termin wieder ab und ließ mir von meinem freundlichen Nachbarn Starthilfe geben. Was gar nicht so einfach war, denn ich musste zunächst durch die Heckklappe von hinten in mein eigenes Auto einsteigen, um die Beifahrertür öffnen zu können – die Zentralverriegelung tat’s ja nicht mehr ...

Nachdem wir die Beifahrerseite von Altpapier und mehreren Tüten Glas, das für den Glascontainer bestimmt war, befreit hatten, konnten wir auch die kleine Klappe am Fußboden öffnen, damit wir endlich an die Batterie heran kamen.

Das es dann einfacher weiter ging, kann ich nicht behaupten, denn das Starthilfekabel war zu kurz, weil rechts neben meinem Auto ein großer Betonblumenkübel seinen eingestammten Platz hat, so dass sein Auto nicht dichter heranfahren konnte. Da ich aber abschüssig parkte, trauten mein gehbehinderter Nachbar und ich uns auch nicht, den Smart allein etwas bergan zu schieben. Wir kamen also nicht an die Batterie heran. Was für ein Morgen ...

Gott sei Dank wohne ich auf einem Bauernhof. Mein Nachbar holte also den Bauern von nebenan mit samt seines Traktors und wir zogen so nur wenig später den Smart zwei Meter zurück. Schnell war das Starthilfekabel angeklemmt, das Auto sprang wieder an. Puhhh .....

Um nicht in unserer leicht hügeligen Walachei stehen zu bleiben, fuhr ich durch einen für den öffentlichen Verkehr gesperrten Weg, der mich schneller an mein Ziel – die Werkstatt – brachte. Als ich den Weg gerade verließ, bog ein Polizeiwagen ein, um sich dann hier zu postieren und wahrscheinlich später auch abzukassieren. Puh – die 30 Euro hatte ich wenigstens gespart.

Nach kurzem Suchen fand ich die Einfahrt zur recht großen Werkstatt. Als ich in den Weg einbog, sah ich schon, dass Hochbetrieb herrschte. Mit laufendem Motor stieg ich aus und erkundigte mich hinter einer offenen Werkstatttür kurz bei einem der Mitarbeiter, wie ich zu einer neuen Batterie käme. „Stell’n Se ma den Wajen irjendwo ab und geh’n hinten zum Kollejen im Laden.“

„Wagen abstellen“ war leichter gesagt als getan, denn absolut alle Parktaschen waren besetzt, sogar am Seitenrand parkten schon Autos und mehrere Wege waren versperrt. Eine einzige kleine Smart-Parklücke war übrig, die ich auch nutzte. Vom teilweise begrünten Seitenstreifen aus gab es hier auch einen problemlosen Zugang zur Batterie. Mir war es zu gefährlich, den Schlüssel bei laufendem Motor einfach stecken zu lassen, während ich irgendwo in der Werkstatt verschwand.

Und so machte ich den Motor aus, ging in den Laden hinein und erklärte dem leicht zerknittert dreinschauenden Mann dann mein Anliegen. „Müssen Sie wohl ne Weile warten, sie sehen ja, was hier heute los ist“, sagte er dann etwas unwirsch. „Geben Sie mal ihre Papiere her. Wird mit neuer Batterie weit über 100 Euro.“ Und er tippte dann missmutig meine Daten in den Rechner.

Während ich draußen am Auto wartete – abschließen funktionierte ja auch nicht mehr – lehnte ich am Wagen und unterhielt mit mich einem mittelalterlichen Mann, offenbar polnischer Herkunft, der gerade einen Unfall gehabt hatte und seine Lampen reparieren lassen musste.

Fast eine Stunde verstrich. Wir sahen Mechaniker, die hin und her liefen, Autos, die kamen und gingen – aber unsere Autos wurden noch immer nicht zur Reparatur abgeholt.

Plötzlich erscholl ein lautes Hupkonzert hinter mir und ein donnernd gebrülltes „Nehmse ma irre Karre da endlich wech!“ Ich sah mich um und erblickte einen etwa 35 Jahre alten Türken mit Vollbart und Schiebermütze, der behäbig in seinem klobigen Auto saß (da hätte mein kleiner Smartie bestimmt 2 x rein gepasst) und die Bedeutung seiner Worte mit geballter Faust unterstrich: „Mein Gott, Frau am Steuer ...“

Offensichtlich meinte er mich, denn im Eifer des morgendlichen Gefechtes war ich ein Stückchen zu weit in die Parkplatzausfahrt hinein gefahren. Und mit seiner riesigen Karosse hätte er entweder den Zigarettenautomaten umgefahren oder meine Stoßstange mitgenommen.

„Wären Sie bitte so freundlich, kurz rückwärts raus zu fahren?“ fragte ich, denn er musste einfach an 3 parkenden Autos vorbei und konnte dann bequem vorwärts den Parkplatz verlassen.

„Dafür bin isch zu faul“, grinste er mich blöde an und trommelte ungeduldig mit seinen dick beringten Fingern auf die Tür. „Und jetzt fahrn se ma wech!“

„Kann ich leider nicht,“ versuchte ich es immer noch einigermaßen freundlich. „Die Batterie ist leer. Der Wagen springt nicht an.“

„Mein Gott nochma – dann schieben se ihr kleenes Dingelchen doch wech, kann bei der Briefkastengröße ja nich so schwieirch sein!“

Langsam stieg mein Blutdruck etwas an, dennoch erwiderte ich betont ruhig und langsam: „Ich kann ihn auch nicht weg schieben, der Schlüssel für das Auto befindet sich gerade bei irgendeinem Mitarbeiter dieser Werkstatt.“

Er machte seinen Wagen wieder aus und erklärte offenbar seinem Sohn auf dem Beifahrersitz irgendwas auf Türkisch. Der Sohn flitzte los in den Laden. „Kann nicht wahr sein ...“ kam es grollend aus seinem Auto in meine Richtung und die Finger trommelten noch immer. Sein Sohn flitzte unterdessen in einen etwas entlegeneren Teil des Werkstattgeländes.

Fünf Minuten vergingen, aber der Sohn kam nicht zurück. Der Mann schälte sich schließlich aus seinem Auto raus, ging seinem Sohn hinterher und grummelte laut als er an mir vorbei stapfte: „Jetzt komm’ ich wegen ihnen auch noch zu spät!“

Meine Betriebstemperatur stieg auf 91°. Mit äußerster Anstrengung um ruhig zu bleiben, entgegnete ich: „Wenn Sie kurz rückwärts raus gefahren wären, wären Sie wahrscheinlich schon längst schon da ...“

„Jetzt wollen Sie mir auch noch die Schuld an ihrem falschen Verhalten geben, oder was?“ brüllte er mich an und stapfte in Richtung Werkstatt. „Muss mir ja nicht von Frau sagen lassen, was ich zu tun habe ...“ Ich hielt lieber den Mund, obwohl ich inzwischen 95° auf meinem inneren Thermometer angezeigt bekam.

Weitere fünf Minuten vergingen. Dann kam der Deutsch-Türke mit zwei Mechanikern und seinem Sohn aus der Werkstatt auf mich zu. Ich sagte gar nichts, sah nur zu, wie ein Mechaniker den Schlüssel ins Schloss steckte und umdrehte, und umständlich den Leerlauf einlegte. Die anderen packten bodygebuildet meinen Smart an und gaben ihm einen kräftigen Schubs. So viel, – ein Smart ist halt recht leicht ... –, dass der kleine Mechaniker auf dem Fahrersitz beinahe nicht schnell genug reagierte und sie fast einen schwarzen Mercedes, der direkt hinter mir parkte, angefahren hätten.

„Sehen Sie, so einfach ist das, Frau!“ blitzte mich der 1,63 m große Mann von unten an. Wobei er das „Frau“ irgendwie ausspuckte. Mein Temperaturfühler zeigte 98° und ich seufzte nur: „Oh, man!“

Leider wohl doch zu laut, denn er setzte noch einen nach, nachdem er seine Autotür zugeknallt hatte: „Und – wollen Sie sich gar nicht bei mir für die tolle Hilfe bedanken?“

Ich war so baff, dass mir der Mund offen stehen blieb und ich nahm nur wahr, dass ich wohl ungläubig den Kopf geschüttelt haben muss. Hinter mir kam in diesem Moment Gott sei Dank ein Mechaniker und kümmerte sich endlich um meine tote Batterie. Die Riesenkarosse mit einer geballten Faust auf dem Fahrersitz fuhr jetzt an mir vorbei, und er gab neben mir noch einmal laut röhrend Vollgas.

Der Mechaniker wechselte die Batterie und als ich hoch sah, bemerkte ich, dass der kleine Mann mit dem großen Auto nicht sehr weit gekommen war. Ein Wagen mit Pferdeanhänger blockierte die Ausfahrt, aus der er raus wollte. Die geballte Faust wirbelte aus dem Fenster an der Fahrerseite, was die umstehenden Menschen aber offenbar nicht sehr beeindruckte.

Achselzuckend seufzte ich und nahm vom Mechaniker, der die Batterie inzwischen gewechselt hatte, meine Papiere entgegen und ging schon mal bezahlen. Ein paar Minuten später funktionierte mein Wagen wieder einwandfrei und ich konnte mich auf den Nachhauseweg machen. Ich nahm die Ausfahrt, die ich auch dem kleinen Mann empfohlen hatte, denn dort auf der Seite war alles frei.

Wieder auf normaler Betriebstemperatur angelangt, sah ich mich noch einmal um und entdeckte den mittlerweile von mehreren Autos noch immer eingekeilten Wagen des tobenden Mannes. Tja, so ist das manchmal im Leben. Mir fiel an diesem Tag nur eines dazu ein: „Mann am Steuer ...“

copyrights Gudrun Anders

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Eine vorweihnachtliche Frage!

Eine vorweihnachtliche Frage!

Stell dir bitte vor:

Du fährst mit dem Auto und hältst eine konstante Geschwindigkeit. Auf Deiner linken Seite befindet sich ein Abhang. Auf deiner rechten Seite fährt ein riesiges Feuerwehrauto und hält die gleiche Geschwindigkeit wie du.

Vor dir galoppiert ein Schwein, das eindeutig größer ist als dein Auto und du kannst nicht vorbei. Hinter dir verfolgt dich ein Hubschrauber auf Bodenhöhe. Das Schwein und der Hubschrauber haben exakt deine Geschwindigkeit.

Was unternimmst du, um dieser Situation gefahrlos zu entkommen ???



Lösung etwas weiter unten:






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Antwort:

Sofort vom Kinderkarussell absteigen und vor allem weniger Glühwein saufen !!! ;-)

Wenn die Börsenkurse fallen

Wenn die Börsenkurse fallen

Kurt Tucholsky wusste es offenbar schon vor über 70 Jahren ... Ich hoffe, es geschieht nicht genau so ...


Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei Allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz Los,
den sie brauchen - echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft`s hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und - das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!

Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.

Kurt Tucholsky, 1930, veröffentlicht in "Die Weltbühne"
RESCUE REMEDY