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Donnerstag, 15. Oktober 2009

Allerlei Begegnungen

eine Kurzgeschichte von Gudrun Anders (c)

Wenn ich mich gemütlich auf meinen kleinen von Pflanzen umwucherten Südbalkon setze, den vorbeiziehenden, grauweißen Wolken nachschaue und langsam immer weiter in mich versinke in meine eigene Innenwelt, dann ziehen auch meine Gedanken langsam vorüber. Sie schweifen umher wie eine geschäftige Biene auf einer bunten Sommerwiese, verweilen kurz einmal hier, suchen einmal da, machen sich auf zum nächsten interessanten Punkt in meinem Leben.

Kürzlich saß ich wieder an meinem Lieblingsort, den Kopf zurück gelegt, die schuhlosen Beine auf der Brüstung der Sonne entgegen gestreckt und dachte über die vielzähligen Begegnungen in meinem Leben nach.

Da waren meine Eltern, denen ich so unzähligen Malen begegnet bin – mal im Streit und mal im Guten, aber immer wohlwollend und liebend. Begegnungen, die schon seit Jahren nicht mehr so sind, wie sie einmal waren, vielleicht werde ich ihnen später einmal im Himmel wieder nahe sein dürfen.

„Vergangenheit.“ Ich ertappe den Gedanken gerade noch, als er so wie die Wolken am Himmel schnell vorüberziehen will. Auch die letzte Minute ist schon Vergangenheit, denke ich und lasse die Bilder vor meinem inneren Auge weiterziehen und mit Ihnen geht ein Stück Traurigkeit ebenfalls in die Vergangenheit ein.

Kinder in der Schule – Gott, wie lange ist das her! Die Lehrer von einst. Damals so verrufen – heute zaubern die Gedanken an diese Begegnungen ein Lächeln auf mein Gesicht. Spiel und Spaß. Was hatten wir schöne Zeiten! Die erste Liebe – eng umschlungen und die Freude des Küssens immerfort ausprobierend liefen wir durch die abendlichen Straßen meiner Heimatstadt - bis ein Laternenpfahl uns jäh stoppte und tags darauf sichtbare Beulen an unseren Köpfen hinterließ. Wir lachten Tränen, rieben uns die Köpfe und liefen knutschend weiter.

Der erste Chef und die Begegnung mit der Macht. Andere Chefs und Kollegen, neue Freunde und flüchtige Bekannte, eine neue Liebe. In Sekundenbruchteilen rauschen Gesichter von großen und kleinen, dicken und dünnen, lieben und nicht so lieben Menschen durch meinen Kopf. Es fühlt sich an, wie an einem Bahnhof zu stehen und einem vorbeifahrenden Intercity hinterher zu schauen. Schemen von Gesichtern hinter Glas tauchen auf und sind genau so schnell auch wieder verschwunden.

Liebhaber, Mitarbeiter, Fremde und Verwandte, Ex-Mann, Freundinnen, Urlaubsbekanntschaften – sie alle bilden mein ganz persönliches Sammelsurium an Eindrücken, Erinnerungen und Gefühlen, hinterlassen wie in Schnee eingedrückte Spuren in meiner Seele oder ziehen einfach vorüber in tiefer Dankbarkeit.

„Ist nicht alles im Leben eine Begegnung?“ denke ich. Der fremde Mann auf der Straße, der mich wohlwollend anlächelt – eine Begegnung. Das tiefe, vertrauensvolle Gespräch mit einer lieben Freundin – eine Begegnung. Die alte Eiche im Wald, auf die ich vorsichtig meine Hand legte, um ihre Kraft zu spüren – eine Begegnung. Die Wellen am Strand, die mir kürzlich ihr Lied sangen – eine Begegnung. Die Biene, die gerade neben mir summend nach Nektar sucht – eine Begegnung.

„Was wäre ich ohne diese Begegnungen?“ denke ich. Nichts wäre ich, ein namenloser Niemand, ein winziger Tropfen in der unendlichen Weite des unendlichen Ozeans, ein bloßer Körper ohne verwertbaren Inhalt, denn all die Begegnungen mit Menschen, Tieren, Pflanzen machen mich aus, sie geben mir Erinnerung, Kraft und Mut, sie lassen meine Gedanken und Gefühle leben, damit ich mich selber spüren und wahrnehmen kann.

Ich bin plötzlich auf eine seltsame Art und Weise erfüllt von tiefer Dankbarkeit für diese wundersamen Begegnungen mit den Menschen, atme tief durch und lächele die Sonne an. „Danke, meine Freunde! Habt Dank!" sage ich ohne es zu merken laut.

Eine kleine, feuchte Hundeschnauze stupst mich plötzlich an und holt mich mit dieser Begegnung in meine unmittelbare Gegenwart zurück. „Und dir auch einen Dank, mein kleiner Freund!“, flüstere ich und streichele ihn hinter den Ohren, da, wo er es am liebsten hat.

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