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Donnerstag, 15. Oktober 2009

Alles Märchen!?

Ein Interview mit der Autorin Gudrun Anders

Die Aachener Heilpraktikerin und Autorin Gudrun Anders schreibt sich mit Märchen die Seele frei. Wir haben sie besucht und wollten wissen, ob das alles Märchen sind oder Realität.


Frau Anders, wie kommt es, dass ein Mensch, der mit beiden Beinen auf der Erde steht, Märchen schreibt? Und: Wie hat das alles für Sie begonnen?


Es begann vor etwa 18 Jahren. Ich war damals in einem Versicherungsbüro angestellt und hatte keine glückliche Zeit. Meine Mutter litt an Alzheimer, mein Vater hatte Depressionen und ich hatte gerade eine Gebärmutter-OP und die Trennung von meinem langjährigen Freund hinter mir. Ich wusste damals nicht mehr weiter.

Eines Tages saß ich an meinem Schreibtisch, schaute träumend auf die Wiesen hinaus und sah einen Engel. Glauben Sie mir, ich war sehr verdutzt! Auch nachdem ich mir die Augen gerieben hatte, war der immer noch da. Dann hörte ich eine Stimme, die mir sagte, dass ich schreiben soll. Ich war noch verdutzter, suchte überall danach, ob mir jemand einen Streich spielen wollte. Es war aber niemand da.

In Panik wollte ich den Notdienst rufen, aber meine Hand erreichte den Telefonhörer nicht, sie blieb einfach wie festgenagelt in der Luft schweben. Ich hörte diese Stimme noch mal und schrieb dann, fast wie in Trance, ein Märchen. Das ist jetzt wie gesagt, gut 14 Jahre her. Ich habe dann einige hundert Märchen geschrieben und festgestellt, dass es mir nach dem Schreiben eines Märchens viel besser ging.

Was hat sich denn konkret für sie geändert? Wie haben die Märchen bei Ihnen gewirkt?


Zunächst einmal fühlte ich mich mit jedem Märchen, dass ich schrieb, entspannter, nicht mehr so ängstlich. Meine Zuversicht und mein Vertrauen in das Leben stieg wieder. Damals wusste ich nicht, woher ich dieses Vertrauen nahm, denn im täglichen Leben konnte ich das aufgrund meiner Lebensumstände nicht fühlen.

Heute weiß ich, dass ich damals so durcheinander war, dass ich gut therapeutische Hilfe in Anspruch hätte nehmen können. Aber die Märchen haben mir dieses erspart. Ich habe einen großen Teil der notwendigen Therapie durch das Schreiben der Märchen selbst vorgenommen.

Ich habe einen spirituellen Anteil in mir etabliert, der heute aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken ist. Ich habe mein Herz wieder entdeckt und höre seitdem nicht mehr so auf meinen Kopf. Das stellte dann mein ganzes Leben auf den Kopf. Aus der Versicherungskauffrau wurde eine esoterische Buchhändlerin, später habe ich eine Ausbildung zur Heilpraktikerin gemacht.

Können Märchen heilen helfen?

Ich denke ja! Ich bin ein lebendes Beispiel dafür, dass Märchen ein Heilpotential inne wohnt. Ohne die Märchen würde es mich heute wahrscheinlich nicht mehr geben... Ich hätte mir damals das Leben genommen, denn ich habe aus meinem bewussten Verstand heraus keinen Ausweg mehr gesehen.

Mit dem Schreiben der Märchen aber kam wieder ein Teil in mir zum Vorschein, der bis dahin verschüttet gewesen war. Ich nenne es den spirituellen Anteil, der in jedem Menschen zu finden ist. Man könnte auch sagen, der Zugang zum Herz wurde wieder geheilt.

Vielleicht kann man eine Parallele ziehen zu Phantasiereisen, bei denen das Unbewusste in Form von Bildern angesprochen wird. Nur hierbei werden von Außen Bilder vorgegeben, denen der Geist dann folgt. Beim Märchenschreiben ist es anders herum. Ich gebe meinen inneren Bildern ausdruckt und zapfe sozusagen mein eigenes Heilungspotential an. Ich gebe mir selbst die Möglichkeit, Gefühle auszudrücken, die sonst kein Ventil gefunden haben. Darin liegt für mich einer der Schlüssel zur Heilung.


Sie haben eine Reihe von Büchern veröffentlicht. Wie kam es dazu?

Nun, die Märchen habe ich eigentlich nur für mich geschrieben und sie viele Jahre im Aktenordner oder im PC gehütet, weil ich dachte, das sie so privat seien, dass sie in der Öffentlichkeit nichts zu suchen hätten. Ich habe mittlerweile meine Einstellung dazu geändert.

Der Grund dafür sind die vielen Menschen, die mir ein sehr positives Feedback zu den Märchen gaben. Die Menschen weinten, entdeckten ihre eigene Seelenweisheit durch die Märchen wieder und meinten, ich sollte doch ein Buch daraus machen, damit auch andere Menschen daran teilhaben können. Und nach und nach fand ich dann den Mut, auch Gedichte zu veröffentlichen und mein Buch über Rebirthing auf den Markt zu bringen, da diese Form der spirituellen Atemtherapie nach den Märchen ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu mir selbst darstellte.

Warum war Rebirthing für sie so wichtig?


Nachdem ich mich einige Jahre intensiv mit Märchentherapie beschäftigt hatte, dachte ich, auf meinem Weg schon sehr weit gekommen zu sein. Aber mich beschäftigte, wie ich noch tiefer in mich eindringen konnte. Vielleicht liegt das an meinem Sternzeichen – ich bin ein Doppelskorpion und habe immer irgendwie das Bedürfnis, ganz tief in die Dinge einzutauchen.

Nun, an diesem Punkt in meinem Leben kam Rebirthing auf mich zu und zeigte mir, dass durch einfaches Atmen intensive Glücksgefühle hervor rufbar sind. Gefühle, die über die Ruhe, die durch das Schreiben eines Märchens einkehrt, weit hinaus gehen. Spirituelle Erfahrungen der Einheit mit allem, des absoluten tiefen Vertrauens sind nach Rebirthingsitzungen keine Seltenheit, das habe ich in den letzten zehn Jahren an mir und Hunderten von Klienten erfahren dürfen.

Leider haben viele Menschen Angst vor Rebirthing. Ich kann das verstehen, denn es erfordert eine sehr intensive Auseinandersetzung mit den eigenen negativen Strukturen, den eigenen Egofallen und Glaubenssätzen, die uns hindern, vollkommen wir selbst zu sein. Klar, macht das Angst – aber die Auseinandersetzung damit bringt letztlich die Befreiung, die wir uns in unserem Inneren erträumen und ersehnen. Wer sich aber einmal an seine negativen Gefühle herangetraut und die Heilkraft erfahren hat, der wird diesen Weg – hoffentlich! – immer wieder gehen. Ich wünsche mir, dass viele Menschen süchtig nach Atmen sind und nicht nach Drogen oder Alkohol, dass würde wesentlich mehr Sinn machen, weniger kosten und zudem heilsam sein, statt die Gesundheit zu ruinieren. Aber das ist bislang ein Märchen, dass noch in die Realität umgesetzt werden muss...

Ist es auch ein Märchen, dass Sie durch einen Delphin, mit dem Sie geschwommen sind, ebenfalls einen Heilungsprozess durchlaufen haben?

Nein, das ist ausnahmsweise kein Märchen, sondern tatsächlich so geschehen. Ich war vor rund zweieinhalb Jahren mit einer Freundin, die Delphine auch so liebt wie ich, in Sinai, um dort mit Delphinen zu schwimmen. In der Anwesenheit des Delphins und der Magie dieses kleinen, abgeschiedenen Beduinendorfes in der Wüste, ist mir bewusst geworden, dass ich – wieder einmal – auf dem falschen Weg in meinem Leben bin. Ohne es bewusst zu merken, war ich wieder einmal leicht suizidal, denn ich wollte aus einer Ehe heraus, die mich nicht mehr befriedigte, nur wusste ich nicht wie ich das bewerkstelligen soll.

Als ich einmal beim Schwimmen meine Kräfte völlig überschätzte und voller Panik auf dem offenen Meer trieb, kam dieser Delphin zu mir, sah mich an und wartete ab, bis ich aus eigener Kraft wieder den Rückweg zum Strand antreten konnte. Danach wurde ich sehr krank, zog mir mehrere Virusinfektionen auf einmal zu und hatte genügend Zeit zum Nachdenken.

Ich hatte den Mut, mich von meinem Mann zu trennen und ein neues Leben anzufangen. Ein Jahr später – nachdem sich mein Leben wieder etwas beruhigt hatte - fuhr ich wieder an diesen magischen Ort – und erlebte dort einige kleine Abenteuer... Ich verliebte mich Hals über Kopf in einen 15 Jahre jüngeren Ägypter, musste ihn dort heiraten und beschloss, künftig nur noch meinen Träumen zu folgen, denn ich sah ein, das alles andere in diesem Leben keinen wahren Wert hat.

Das war wiederum ein großer Prozess für mich. Ich erzählte diese Story natürlich meinen Freunden und viele sagten mir, ich sollte diese Geschichte einmal aufschreiben, weil sie nicht alltäglich wäre und lustig genug, um andere Menschen damit zu unterhalten. Das habe ich gemacht und sie dann selbst veröffentlicht. Wiederum war das Feedback meiner Leser aus dem Bekanntenkreis so gut, dass ich beschloss, den nächsten Schritt auf meinem Lebensweg zu gehen und endlich das, was ich in den Jahren zuvor geschrieben hatte, endlich zu veröffentlichen. So gründete ich dann meinen kleinen Verlag, der mittlerweile schon 15 Titel aufweisen kann.

Was ist denn heute ihre generelle Botschaft an andere Menschen?

Lebe deine Träume! Es macht keinen Sinn, ein Leben zu führen, in dem der Spaßfaktor zu kurz kommt. Damit meine ich aber nicht, ständig nur in die Disko zu gehen oder sich vollaufen zu lassen, damit man Spaß hat. Nein, ich meine es in dem Sinne, den innersten Träumen, Sehnsüchten und Wünschen zu folgen, um diese früher oder später in die Tat umzusetzen.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass dieser Weg zwar meistens beschwerlicher ist, aber auch weit mehr Zufriedenheit mit sich bringt. Und das ist für mich ein wesentlicher Faktor, um gesund zu bleiben. Mir nützt es herzlich wenig, wenn ich einen ungeliebten Job ausübe, nur damit die Kohle stimmt...

Wenn ich mir vorstelle, dass ich damals in meinem Versicherungsjob mit einem sehr guten Gehalt geblieben wäre.. Nein, finanzielle Sicherheit ist zwar etwas Schönes, aber ich würde trotzdem niemals mehr tauschen! Auch wenn in freien Berufen ein Monat mal weniger Geld da ist und das Einkommen teilweise erheblich schwankt – ich tue, was mir Spaß macht, lebe meine Kreativität und bin zufriedener, als ich das je in einem ungeliebten Job sein würde.

Ó Conny Sander und Gudrun Anders, Aachen

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