Wie ein gewöhnliches Bambusblatt ...

Moin moin !

Am Freitagabend war ich auf einem Vortrag über das "Aufwachen". Aus eigenen vielfältigen Erfahrungen interessiert es mich, wie andere es erleb(t)en. Ich war jahrelang auf der Suche, wollte immer mehr tun, Gefühle klären, noch mehr meditieren, um ...

Ja, was um? Um tiefer in mich hinein zu sinken, wo ich doch immer schon war?

Der Referent am Freitag machte genau das mit seinem Publikum. Da ist noch ein tiefes Gefühl der Todesangst, das noch angeschaut werden will, dann .... Dann erfahrt ihr die Erleuchtung.

N E I N ! Die ist hier und jetzt im Focus auf das Sein. Nichts anderes ist da präsent. Wir müssen aufhören mit der Suche, dann finden wir.

Eine kleine Geschichte von Eugen Herriegel mag das verdeutlichen.

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Der Schuss löst sich von selbst

"Unterlass' es, an den Abschuss zu denken. Sonst muss er misslingen!",
riet der Meister.

"Ich kann nicht anders, die Spannung bereitet mir Schmerzen",
gestand ich.

"Nur deshalb, weil du nicht wirklich von sich selbst losgelöst bist, spürst du die Spannung. Du kannst von einem gewöhnlichen Bambusblatt lernen, worauf es ankommt. Es wird durch die Schneelast es herabgedrückt, immer tiefer. Plötzlich rutscht die Schneelast ab, ohne dass das Blatt sich gerührt hätte. Verweile wie das Blatt in der höchsten Spannung, bis der Schuss fällt."

So ist es in der Tat: wenn die Spannung erfüllt ist, muss der Schuss fallen. Er muss vom Schützen abfallen, wie die Schneelast vom Bambusblatt, noch ehe er daran gedacht hat.

Eugen Herrigel, Zen in der Kunst des Bogenschießens

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Ich wünsche euch für den heutigen Sonntag so zu sein wie das Bambusblatt!

LG
Gudrun
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