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Freitag, 13. September 2013

Mit Ego lebt sich's besser ...



Fotolia © paphon
Newsletter Nisarga.de vom 12. September 2013
Herausgegeben von Hermann R. Lehner

Die sogenannte Ego-Auflösung

Ist mit der sogenannten Auflösung des Egos wirklich das gemeint, was sehr viele darunter verstehen? Ist es so zu verstehen – wie es sehr häufig aufgefasst wird –, dass die bis dahin (vermeintliche) Person quasi verschwunden ist und dann irgendwie so ein immer freundlicher, besserer Zombie (oder so eine Art heiliger „Neutrino“) herumläuft? Das ist ganz sicherlich nicht so.

Grundsätzlich sollte man das Wort Ego erst einmal unter die Lupe nehmen. Wenn wir uns vor Augen halten, dass die Person nur eine Idee ist, es keine Personen im herkömmlich verstandenen Sinn gibt, so gibt es auch kein Ich oder Ego, so wie man sich das für gewöhnlich vorstellt. Ein persönliches Ego ist – im Sinne der Selbst-Verwirklichung – nur eine falsche Idee. Äußerst verbreitet zwar, aber dennoch falsch.

Da laufen nun jede Menge Körper durch die Gegend, von denen jeder ein Hirn hat. Die Erfahrungen, die hierin gespeichert werden, erzeugen dort bei jedem Reiz von Außen Vorstellungen und Meinungen, die dann meist in Reaktionen und Taten und (neue) Schlussfolgerungen etc. – umgesetzt werden. 

Durch die Annahme – vor allem hervorgerufen dadurch, dass nur über diesen einen Köper gefühlt und wahrgenommen werden kann –, man wäre (als Mensch) nicht nur Körper mit Hirn, sondern damit auch ein separates, eigenständiges Einzelwesen (so kommt es ja dem einzelnen vor), wird dieses vermeintliche, selbstbestimmende Wesen im Allgemeinen als „Ich“ oder „Ego“ bezeichnet. 

Doch, so kann ich fragen, wie könnte sich jemals diese Summe der Erinnerungen auflösen, solange der Körper lebt? Selbst der „heiligste Heilige“ vergisst nicht, was man auf‘m Klo macht! Würde sich dieses Ego tatsächlich auflösen, er wüsste selbst das nicht mehr. Das kann also sicherlich nichts mit der sogenannten oder vermeintlichen Egoauflösung zu tun haben.

Das Wort Ego wird abgeleitet vom altindischen Wort „aham“ und bedeutete: „Hierheit“. Oft wird dieses Wort auch als „Ich bin“ bezeichnet. „Ich bin“ und damit die tatsächliche Bedeutung des Wortes „Ego“ ist dieses reine Gefühl der unpersönlichen Anwesenheit, das reine Sein ohne die „menschlichen“ oder „persönlichen“ Attribute. Ein Zustand, der zwar – solange der Körper existiert – immer vorhanden ist, aber eben einen Teil der Suche ausmacht, da man sich dessen normalerweise nicht „bewusst“ ist.

Dieses „tatsächliche“ Ego kann im normalen Leben nicht aufgelöst werden, denn dann wäre auch keine „Hierheit“ mehr vorhanden, die diese Welt wahrnehmen könnte.

Das Ego ist tatsächlich nur „aufgelöst“ (oder soll ich sagen: nicht vorhanden), wenn damit auch die Welt verschwunden ist. Ein Zustand, den jeder beim Einschlafen erfährt. Ego weg, Welt weg!

Beim vollständigen „Erwachen in die Realität“ (Verwirklichung) wird durchschaut – und das nicht nur „verbal“ – dass die Welt nur eine Illusion, ein Traum ist, und somit wird auch das „Ego“ als ebenso unwirklich durchschaut. Als ein ebenso unwirkliches „Ich“ ist es dennoch da. Hierheit bleibt Hierheit.

Es wird oft geglaubt, dass dann, wenn man durchschaut hat, dass es im höheren Sinne „Ich“ und „Du“ gar nicht gibt, nun auch jegliches Ego sich aufgelöst hat. Ich halte das für einen Irrtum – oder zumindestens für eine etwas verdrehte Darstellung. Man kann durchaus zu dem Punkt kommen, an dem man erkennt oder besser: völlig durchschaut hat, dass „Ich“ und „Du“ falsche Ideen sind, und man kann dabei auch gerne glauben wollen, dass alles unwirklich ist, aber das im täglichen Leben wirklich voll und ganz „leben zu können“ (nennen wir es mal so), ist noch ganz etwas anderes.

Wenn die Welt tatsächlich als völlig unwirklich „erlebt“ wird, kann man sagen sie existiert nicht (wirklich). Dann ist auch diese „Hierheit“ – und damit jegliches „Ego“ im ursprünglichen Sinn – verschwunden. Doch das bedingt auch, dass man im Grunde mit der Welt nicht mehr viel zu tun hat. 

Doch solange die Welt da ist, ist auch eine Verstrickung (Ego) darin jederzeit möglich. Deshalb wird immer wieder berichtet, dass selbst „Heilige“ zurückfallen, wenn sie den Fehler machen, in der Welt wieder etwas wollen oder sich engagieren usw.

Eine schöne Geschichte, die das verdeutlicht, gibt es über den Heiligen Tukaram (17. Jahrhundert). Seine Frau bekam von ihren Eltern Chillies, und er sollte sie am Markt verkaufen. Doch er wollte sich nicht auf weltliche Dinge (Ego, Hierheit, Hiersein also) einlassen, verschenkte die Chillies auf dem Markt und kam bald wieder nach Haus. Seiner Frau antwortete er auf die Frage, wieso er schon wieder da ist: „Sind schon alle weg.“ Auf die Frage, wo das Geld ist, sagte er nur: „Das kommt später!“

Im frage mich hier natürlich am Rande, was seine Frau wohl bei dieser Antwort gedacht haben wird? Vielleicht: „Diese Heiligen … im Prinzip zu allem fähig, aber im Grunde zu nichts mehr zu gebrauchen!“

Man sollte es richtig verstehen: Wenn voll und ganz das „Ich existiere nicht!“ („Na aham“, „Ich bin nicht“) durchdrungen wurde, dann ist man (ohne jeglichen „Ich“-Gedanken - oder -gefühl) die höchste Realität (Parabrahman) und in die „Realität erwacht“. 

Man sollte hierbei dennoch nicht sagen, dass sich das Ego tatsächlich aufgelöst hat, sondern es ist vielmehr so, dass man das Ego (das ja schließlich gebraucht wird, damit Körper/Verstand weiter vernünftig funktionieren) wieder im Griff hat. 

Somit wird auch klar, warum nach dem „Erwachen“ keine „Neutrinos“ herumlaufen. Und wenn einem dann doch mal so einer über den Weg läuft, sollte man dem vielleicht sagen, dass er da wohl eher was falsch verstanden hat.

„Sag‘ zum Ego, ‚Du hast mir zu gehorchen, nicht ich dir!‘.
Der Meister gibt dir diese Macht, dein Ego zu befehlen.
Ob du das Ego dann vernichtest oder nicht, ist deine Wahl.“

[Sri Ranjit Maharaj – aus „Illusion vs. Reality“]


Alles Liebe
Nisarga.de - Hermann R. Lehner
Ruckerting 7
D-83112 Frasdorf
www.nisarga.de

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