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Samstag, 18. Januar 2014

Die Welt durchschauen ...

Fotolia © rm

Die Welt zu durchschauen, sie zu erklären, sie zu verachten,
mag großer Denker Sache sein.

Mir aber liegt einzig daran, die Welt lieben zu können,
sie nicht zu verachten,
sie und mich nicht zu hassen,
sie und mich und alle Wesen
mit Liebe und Bewunderung und Ehrfurcht betrachten zu können.

Hermann Hesse, Siddhartha

Freitag, 10. Januar 2014

Der Klang des Waldes - eine Kurzgeschichte aus dem Buch "Legenden am Lagerfeuer"


Der Klang des Waldes
Fotolia © gleison


Im dritten Jahrhundert nach Christus schickte König Tao seinen Sohn Tai zum großen Meister Panto, um dort in die Lehre zu gehen.

Der Prinz sollte Nachfolger auf dem Thron werden, daher sollte Panto den Jungen Tai alles lehren, damit er später ein guter Herrscher werde.

Unmittelbar nachdem der Prinz angekommen war, schickte ihn der Meister allein in den nahegelegenen Wald. Der Prinz sollte mindestens einen Monat bleiben und dann zurückkommen und dem Meister den Klang des Waldes beschreiben.

Nach Rückkehr erzählte Tai: „Meister, ich habe gehört wie unterschiedlich die Bäume rauschen und die Vögel singen. Ich habe Grillen zirpen und Bienen summen gehört. Ich weiß jetzt, wie der Kuckuck ruft und auch den Wind habe ich flüstern hören.“

Da schickte der Meister den Prinzen erneut in den Wald. Er sollte noch intensiver lauschen.

Als der Prinz einen Monat später zurück kehrte, erzählte er: „Meister, als ich noch genauer lauschte, konnte ich etwas hören, was ich noch nie gehörte habe. Ich hörte den Klang sich öffnender Blüten und lauschte den Tönen der Sonne, die mich wärmte.“'

Diesmal nickte der Meister anerkennend. „Jemand, der das Unhörbare hört, ist mit guten Fähigkeiten, die keinem guten Herrscher fehlen sollten, ausgestattet. Deine Lehre bei mir ist beendet.“   



(c) Gudrun Anders, aus dem Buch "Legenden am Lagerfeuer (erscheint 02/2014)

Mittwoch, 1. Januar 2014

Kurzgeschichte: Auf dem Grund des Brunnens

Eines Tages kamen zu einem einsamen Mönch einige Menschen. Sie fragten ihn:
„Was für einen Sinn siehst du in deinem Leben der Stille und Meditation?“

Der Mönch war mit dem Schöpfen von Wasser aus einem tiefen Brunnen beschäftigt. Er sprach zu seinen Besuchern:

„Schaut in den Brunnen. Was seht ihr?“

Die Leute blickten in den tiefen Brunnen: „Wir sehen nichts!“
Nach einer kurzen Weile forderte der Mönch die Leute erneut auf:

„Schaut in den Brunnen! Was seht ihr jetzt?“

Die Leute blickten wieder hinunter: „Ja, jetzt sehen wir uns selber!“

Der Mönch sprach:

„Nun, als ich vorhin Wasser schöpfte, war das Wasser unruhig. Jetzt ist das Wasser ruhig. Das ist die Erfahrung der Stille und der Meditation: Man sieht sich selber! Und nun wartet noch eine Weile.“

Nach einer Weile sagte der Mönch erneut: „Schaut jetzt in den Brunnen. Was seht ihr?“

Die Menschen schauten hinunter: „Nun sehen wir die Steine auf dem Grund des Brunnens.“

Da erklärte der Mönch: „Das ist die Erfahrung der Stille und der Meditation. Wenn man lange genug wartet, sieht man den Grund aller Dinge.“

Autor unbekannt
RESCUE REMEDY